Wenn Natur zur Infrastruktur wird: Deutschland plant neues Gesetz

Wenn Natur zur Infrastruktur wird: Deutschland plant neues Gesetz

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Mit einem geplanten «Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur» will Deutschland der Natur künftig mehr Gewicht verleihen. Bundesumweltminister Carsten Schneider begründet das Vorhaben mit einem Perspektivenwechsel: Natürliche Lebensräume sollen nicht nur als Naturschutzanliegen verstanden werden, sondern als Teil der Infrastruktur eines Landes – vergleichbar mit Verkehrs-, Energie- oder Datennetzen.

Im Zentrum des Gesetzesentwurfs steht die Idee, natürliche Lebensräume gezielt als Netzwerk zu stärken. Gut vernetzte Lebensräume gelten als widerstandsfähiger gegenüber Störungen und ermöglichen es Tier- und Pflanzenpopulationen, sich auszutauschen und an veränderte Umweltbedingungen anzupassen.

Damit greift die deutsche Diskussion einen Gedanken auf, der auch der Ökologischen Infrastruktur in der Schweiz zugrunde liegt: Damit die Biodiversität ihre Leistungen für Gesellschaft und Wirtschaft langfristig erbringen kann, braucht es ausreichend grosse, qualitativ hochwertige und miteinander vernetzte Lebensräume.

Das Gesetz ist aktuell in der Abstimmung zwischen den Ämtern der Bundesregierung. Unabhängig davon, ob das Gesetz verabschiedet wird, zeigt die Debatte in Deutschland, dass natürliche Lebensräume zunehmend als Infrastruktur verstanden werden, die für Gesellschaft und Wirtschaft ebenso wichtig ist wie technische Netze.

Link zum Interview mit Carsten Schneider

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